Schlussbericht 2025

Vorwort

2025 standen im sogar theater produzierte Theaterstücke und deren nachhaltige Umsetzung und Verbreitung im Zentrum. Ökologische Nachhaltigkeit ist ein Thema, das uns auf verschiedenen betrieblichen Ebenen beschäftigt. Leider mussten wir grad im Januar die Koproduktion «Ciao Paka Ciao» aus Krankheitsgründen kurzfristig absagen. Damit konnten wir den Künstler:innen die nötige Genesungszeit ermöglichen und einen Ersatztermin finden. Insgesamt blicken wir jedoch freudig und stolz auf ein Jahr mit vielen ausverkauften und gut besuchten Veranstaltungen zurück.

 

Im Frühling kam Gerhard Meisters Text «In meinem Hals steckt eine Weltkugel» als satirisches Spoken-Word-Musik-Theater auf die Bühne; im Herbst inszenierte Ursina Greuel die Komödie «Biber oder Das wilde Tierleben» von Myriam Prongué, ein humoristisches Stück über das Altern und das Erben, in einer grandiosen Besetzung (siehe Titelfoto). Mit diesem Fokus auf Eigenproduktionen setzten wir um, was wir uns in Zeiten der finanziellen Planungsunsicherheit vorgenommen hatten: Eine Stärkung unserer Eigenproduktionen, die dem sogar theater sein unverwechselbares Profil als musikalisches Literaturtheater geben, und dafür etwas weniger Gastspiele und Einzelveranstaltungen. Zudem möchten wir die Eigenproduktionen mit mehr Vorlauf vorbereiten und so lange wie möglich spielen. Deshalb standen 2025 auch Wiederaufnahmen von unseren beliebten, in früheren Jahren produzierten Stücken wie «Mensch, du hast Recht!» oder «Fünf Uhr morgens/П'ята ранку/الخامسة فجرا» auf dem Spielplan. Letzteres ging 2025 auf Tournee und wurde in weiteren acht Städten in der Schweiz und Österreich gezeigt.

 

Wenn Stücke mit Wiederaufnahmen und an verschiedenen Häusern gezeigt werden, ist das einerseits erfreulich für die beteiligten Künstler:innen, andererseits ist es auch nachhaltig. Die eingesetzten Ressourcen (finanzielle, personelle und künstlerische) werden optimal genutzt und verwertet. Dazu kommt, dass unsere Stücke insgesamt umweltschonend produziert werden. Bühnenbilder, Requisiten und Kostüme bestehen oftmals aus bereits vorhandenen Objekten und Materialien. Die Stadt Zürich als Subventionsgeberin unterstützt Kulturbetriebe bei Optimierungen bezüglich Nachhaltigkeit. Das sogar theater nahm 2025 entsprechende Beratung in Anspruch und konnte betrieblich schon einiges umsetzen (S. 12).

 

Im Sommer 2025 wurde mit «sogar am Ball» ein partizipatives Chor-Projekt anlässlich der Frauen-Fussball-EM realisiert, das viel Aufmerksamkeit erhielt und an dem sich – neben den Sänger:innen des sogar Chors – viele weitere Personen beteiligten. Die Vernetzung im Quartier und das Erreichen von neuen Gesellschaftsgruppen mittels Theater ist ein erklärtes Ziel des sogar theaters.

 

Eine grosse Freude war daher die erste Durchführung des arabischsprachigen Programmfensters, als wir bei den Vorstellungen von «The Long Shadow of Alois Brunner» und den Gesprächen im Anschluss eine 50:50-Durchmischung von arabischsprachigen und deutschsprachigen Personen verzeichnen konnten. Das bestärkt uns darin, die Arbeit mit unserem Beirat für ein arabischsprachiges Programmfenster fortzusetzen (siehe S. 6) und nach weiteren Projekten zu suchen, die Personen aus unterschiedlichen Sprachgruppen miteinander in Austausch bringen.

 

Das Publikum begrüsste diesen Kurs: 2025 betrug die Auslastung 88%; es gab diverse ausverkaufte Abende und eine Zusatzvorstellung. Weil eine Koproduktion sowie ein Gastspiel abgesagt resp. verschoben werden mussten, kamen insgesamt etwas weniger zahlende Zuschauer:innen ins sogar theater als in den Vorjahren (siehe S. 11). Diese Ausfälle bei den Einnahmen konnten wir jedoch u.a. mit dem erhöhten Mitgliederbeitrag sowie Einsparungen im Bereich Werbung ausgleichen. Sodass das Geschäftsjahr 2025 einen positiven Abschluss vorweist und gar eine Rückstellung für das Jubiläumsjahr 2028 getätigt werden konnte (siehe S. 12).

 

Tamaris Mayer & Ursina Greuel, Theaterleitung
Esther Weibel, Präsidentin Verein sogar theater

 

P. S. Esther Weibel, die seit 10 Jahren im sogar Vorstand mitarbeitet und seit 2021 als Präsidentin des Vereins amtet, tritt zur Mitgliederversammlung hin zurück. Das sogar theater und der Verein verdanken ihr enorm viel! Unermüdlich, mit viel Begeisterung, Ausdauer und Vertrauen in das Theaterteam setzte sie sich ein fürs sogar. Wir werden auch nach ihrem Rücktritt noch von ihrer Arbeit profitieren – und sie vermissen. Danke, Esther!

sogar theater – Bühnenprogramm

«In meinem Hals steckt eine Weltkugel» von Gerhard Meister – Eigenproduktion

Regisseurin Ursina Greuel entschied sich für eine Neu-Inszenierung von Meisters Stück «In meinem Hals steckt eine Weltkugel»; dafür schrieb der Autor eine aktualisierte Version des Texts von 2011. Entstanden ist ein satirisches Spoken-Word-Musiktheater über globale Ungerechtigkeit und uns Menschen in der reichen Schweiz. Es spielen Lou Bihler, Lilian Fritz, Krishan Krone und Gulshan Sheikh sowie Musiker Fabio Santos. Es fanden 7 Vorstellungen im Frühling sowie 2 weitere im November 2025 statt. Das Stück stiess auf grosse Resonanz in verschiedenen Online-Medien.

 

«Biber oder Das wilde Tierleben» von Myriam Prongué – Eigenproduktion

Im Herbst 2025 wurde eine zweite Eigenproduktion realisiert, «Biber oder Das wilde Tierleben». Es handelt sich dabei um einen Theatertext der 2019 verstorbenen Myriam Prongué, die als Co-Leiterin des Schlachthaus Theaters Bern und als Theaterexpertin bei Pro Helvetia eine prägende Figur der Schweizer Theaterszene war. Regisseurin Ursina Greuel und vier Spielende (Robert Baranowski, Eleni Haupt, Beren Tuna, Monika Varga) blicken in dem Stück liebevoll und mit Humor auf Themen wie Care-Arbeit, Erbe und Selbstbestimmung im Alter. Es gab 8 ausverkaufte Vorstellungen im Herbst 2025; im April 2026 gab es eine Wiederaufnahme.

 

«Mensch, du hast Recht!» – Wiederaufnahme Eigenproduktion

Das Musiktheaterstück zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 2023 kam im Frühling 2025 in Zusammenarbeit mit dem Human Rights Film Festival Zurich für weitere 5 Vorstellungen auf die sogar Bühne – nach jeder Vorstellung gabs Gespräche mit Expert:innen zu verschiedenen Aspekten der Menschenrechte. Die Vorstellungen waren wiederum gut besucht, u.a. kamen mehrere Schulklassen, die den Abend mit Standing Ovations würdigten! Eine Lehrperson meinte dazu: «Mal wieder ein Stück, mit dem es gelingt, Jugendlichen den Zugang zum Theater schmackhaft zu machen.»

 

«Leute machen Kleider» – Wiederaufnahme Quartierprojekt

Immer im Juni, wenn es im Theatersaal langsam heiss wird, realisiert das sogar theater mit Künstler:innen aus der Nachbarschaft ein Theaterprojekt zu einem Thema aus dem Kreis 5. 2024 recherchierten Eleni Haupt, Dagny Gioulami und Claudio Schenardi die verflochtene Geschichte von Baumwollverarbeitung und Baumwollhandel im Kreis 5 von heute bis ins 17. Jahrhundert. Wegen grosser Nachfrage kam der Audio-Walk mit live gespielten Szenen an Originalschauplätzen im Juni 2025 6 weitere Male zur Aufführung.

 

«Fünf Uhr morgens»/«П'ята ранку»/الخامسة فجرا»– Wiederaufnahme & Tournee Eigenproduktion

Das Stück zwischen drei Sprachen von Lubna Abou Kheir und Ursina Greuel war der künstlerische Höhepunkt von 2024. 2025 ging die Produktion auf Tournee und in wurde in Hall (Tirol/AT), Luzern, Bern, Wetzikon, Aarau. Dornach, Wädenswil und Chur insgesamt 18 weitere Male aufgeführt. Auch im sogar theater kam das aufwühlende Stück über die Ungleichbehandlung von Geflüchteten in der Schweiz nochmal auf die Bühne.

 

«Ciao Paka Ciao» von Zarina Tadjibaeva – Koproduktion

Die Koproduktion musste kurzfristig aus gesundheitlichen Gründen abgesagt werden. Das Projekt kommt im November 2026 unter neuem Titel zur Aufführung.

 

Spoken-Word-Reihe

Jeweils am Montag gehört die sogar Bühne den Autor:innen, die eigene Texte vortragen und Sprache als musikalisches Mittel einsetzen. 2025 fanden in der von Tamaris Mayer kuratierten Reihe etwas weniger Abende statt als in früheren Jahren. Bewusst wurden auch neue oder wenig bekannte Autor:innen eingeladen, z.B.  die junge Zürcherin Gianna Rovere oder die mehrsprachige Dichterin Marina Skalova aus Genf.

Insgesamt fanden 12 Lese-Performances und Literaturkonzerte statt. U.a. waren Texte von Tanasgol Sabbagh, Fatima Moumouni, Donya Speaks, Pedro Lenz, Jurczok 1001, Martina Clavadetscher, Jusef Selman, Achoaq Cherif, Gianna Rovere, Olga Lakritz, Marina Skalova, C.F. Meyer sowie Fitzgerald & Rimini zu hören.

 

Gastspiele & Specials

Folgende Stücke waren zu Gast am sogar theater mit jeweils 3 Aufführungen:

 

Neu lanciert wurde die literarische Gesprächsreihe «Hoffnung Denken», in der die Reporterin Tuğba Ayaz mit Autor:innen über gesellschaftspolitisch brennende Themen diskutiert und in Richtung Hoffnung denkt. Eine erste Ausgabe der dreiteiligen Reihe fand im Oktober 2025 mit der österreichischen Autorin und Frauenrechtlerin Marlene Streeruwitz statt. Die Zusammenarbeit mit dem Magazin «Reportagen» sowie das Format «Kaltlesungen», in dem unfertige Texte zur Diskussion gestellt werden, wurden fortgeführt.

Das gesamte Programm 2025 mit allen Vorstellungen sowie Publikumsgesprächen usw. sind auf der sogar-Webseite unter «vergangene» einsehbar.

sogar zäme – Inklusion und Teilhabe

Arabischsprachiges Kulturfenster, Teilhabe-Projekt

Bereits 2024 wurde ein entsprechendes Finanzierungsgesuch bewilligt, welches das sogar theater im Bereich Transformation Kulturelle Teilhabe bei Stadt und Kanton Zürich eingereicht hatte. In diesem Kontext wurde ein Expert:innen-Beirat gegründet, der das sogar theater bei der Entwicklung eines arabischsprachigen Kulturfensters berät. Dieser kam 2025 fünfmal zusammen und analysierte die bestehende Kulturlandschaft im Hinblick auf arabischsprachige Theater- und Literaturprojekte, diskutierte Kriterien für die Programmauswahl, sichtete Dossiers und beriet die Co-Leiterinnen bezüglich Übersetzung, Moderation und Kommunikation.

 

Im September 2025 wurde erstmals ein arabischsprachiger Programmfokus realisiert, mit einem Gastspiel, Publikumsgesprächen und Workshops. Gezeigt wurde «The Long Shadow of Alois Brunner» der syrischen Exil-Theatergruppe Collective Ma'louba, in Arabisch, mit deutscher Übertitelung. Im Stück versuchen zwei Schauspieler anhand von Textfragmenten, historischen Dokumenten und persönlichen Erinnerungen herauszufinden, wie ein deutscher Nazi-General nach dem zweiten Weltkrieg den brutalen syrischen Geheimdienst mit aufbauen konnte. Und erinnern sich dabei auch an ihre eigene Vergangenheit in Syrien unter Assad.

 

Im Anschluss an die Vorstellungen gabs jeweils ein Gespräch mit geladenen Gästen sowie zwei Profi-Workshops für Künstler:innen, die sich mit den Themen des Stücks befassten. Das Interesse war gross; das Publikum bestand bei allen Aufführungen je zur Hälfte aus deutschsprachigen und arabischsprachigen Menschen. V.a. die arabisch-sprachigen Zuschauer:innen beteiligten sich berührt und engagiert an den Publikums-Gesprächen. Für viele war es das erste Mal, dass sie in der Schweiz ihre Erstsprache in einem öffentlichen Rahmen hören und sprechen konnten.

 

Zudem fand wöchentlich der Sprach-Austausch Arabisch-Deutsch statt. In der Bar des sogar theaters trafen sich arabischsprachige Personen, die Deutsch üben, und deutsch-sprachige Menschen, die an der arabischen Sprache interessiert sind. Unter der Leitung von Katrin Stallmach (Vermittlung & Fundraising, DaZ-Lehrperson) wuchs eine fröhliche Gruppe zusammen, die sich gegenseitig unterstützt und auch gemeinsam Theaterstücke besucht.

 

«sogar am Ball – eine Hymne aufs Team», Community-Projekt zur Frauen-Fussball-EM

Die Musikerin Sibylle Aeberli entwickelte gemeinsam mit dem sogar Chor einen Fussball-Song auf der Basis von Interviews mit Fussballerinnen aus Zürich und Umgebung. Aus ihren Stimmen und Erfahrungen entstand eine vielstimmige Hymne – performt vom sogar Chor, der für dieses Projekt auf rund siebzig Sänger:innen aus der ganzen Stadt erweitert wurde.

 

Das Projekt war Teil von Her Game Culture, dem Kulturprogramm zur Frauenfussball EURO 2025, an dem über 50 Kulturinstitutionen in Zürich beteiligt waren. Ziel war es, Brücken zwischen Sport und Kultur zu schlagen und Themen wie Gleichstellung, Inklusion und Fairness sichtbar zu machen. Die Performance «sogar am Ball», an der neben dem Chor auch die Schauspielerin Sandra Utzinger beteiligt war, wurde auf öffentlichen Plätzen in Zürich sowie in der Fanzone an der Europaallee gezeigt und erreichte über 300 Zuschauer:innen. «sogar am Ball» zeigt, wie kulturelle Formate gesellschaftliche Themen aufgreifen und vermitteln können. Der Chor als offenes Gefäss ermöglichte Teilhabe unabhängig von Vorkenntnissen und förderte Austausch, Sichtbarkeit und kollektive Ausdrucksformen.

 

Folgende bestehenden Projekte für Inklusion und Teilhabe am sogar theater wurden fortgesetzt:

 

  • sogar Bar: Kulturschaffende aus dem Quartier und Menschen, die Deutsch lernen, bedienen die sogar Bar an den Theaterabenden in Tandems.
  • Empowerment-Workshop: Unter der Leitung von Zarina Tadjibaeva fand zum dritten Mal ein 10-teiliger Workshop für Frauen mit Flucht- und Traumaerfahrung statt, der mit einem internen Showing abgeschlossen wurde.
  • Sprachtische: Fünfmal schauten sich Deutschlernende der Asylorganisation Zürich AOZ und der Hallo Deutschschule ein Theaterstück an und trafen sich anschliessend zu einem moderierten Gespräch in einfacher Sprache über die Themen des Stücks.
  • sogar für Blinde und Sehbehinderte: Es gab eine Einführung und Live-Audiodeskription bei «Mensch, Du hast Recht!». Zudem fanden zwei Spoken Word-Abende mit spezifischer Einführung für Sehbehinderte sowie Abholdienst statt («Noten von Vanille und Ambra»).
  • sogar für Gehörlose und Hörbehinderte: Der geplante Gebärdenslam im Mai 2025 musste wegen des überraschenden Todes des Performers Gian Reto Janki abgesagt werden. Im Herbst 2025 wurde eine Vorstellung von «Biber» in Gebärdensprache übertragen. Die sogar Bar wurde an diesem Abend von Gehörlosen und Hörbehinderten bedient, in Zusammenarbeit mit dem Verein sichtbar GEHÖRLOSE ZÜRICH.
  • sogar singen: In 44 Sessions sang der sogar Chor unter der Leitung von Sibylle Aeberli im sogar theater. Im Sommer 2025 gabs diverse Zusatzproben und mehrere Auftritte des sogar Chors mit «sogar am Ball». Zudem gabs im Hof des sogar theaters ein wunderbares Freiluft-Konzert zum Abschluss der Spielzeit.

Verein sogar theater & Freundeskreis

Vorstand

Esther Weibel, Zürich (Präsidentin); Anina Barandun, Zürich; Esther Friederich, Zürich; Armin Isler, Zürich; Jürg Keller, Zürich; Csongor Kozma, Zürich/Bern; Bettina Uhlmann Baumer, Zürich

 

Beisitz (ohne Stimmrecht)

Ursina Greuel, Tamaris Mayer (Theater Co-Leitung)

 

Administration

Bea Hediger, 079 670 75 66, office@sogar.ch, Josefstrasse 106, 8005 Zürich

 

- Der Vorstand des Vereins sogar theater arbeitet ehrenamtlich.

- Im Geschäftsjahr 2025 traf sich der Vorstand zu vier ordentlichen Sitzungen.

- Im Februar 2025 fand der Abschluss-Workshop «Tandem Diversität» statt. Gemeinsam mit dem erweiterten sogar Team (Festangestellte, Mitarbeiter:innen im Stundenlohn, Vorstandsmitglieder) wurde das sogar Manifest von 2018 erweitert und in einer Neufassung verabschiedet.

 

Mitglieder

Ende 2025 zählte der Verein sogar theater 544 Mitglieder, darunter 6 Kollektiv-Mitgliedschaften. 2024 waren es 581 Mitglieder, d.h. 62 Personen sind ausgetreten oder waren nicht mehr erreichbar. 25 Personen sind 2025 neu Mitglied geworden. Die Mitgliederbeiträge sowie Spenden von Mitgliedern machten mit 44’350 CHF (gegenüber 40'115 CHF im 2024) einen wichtigen Anteil des Gesamtbudgets aus. Dass die Summe der Mitgliederbeiträge 2025 höher ist als im Vorjahr, obwohl die Anzahl Mitglieder abgenommen hat, ist auf die Erhöhung des Mitgliederbeitrags auf 75 CHF zurückzuführen.

 

Freundeskreis/Gönner:innen sogar theater

Der Freundeskreis des sogar theater blieb 2025 konstant und unterstützte das sogar theater mit insgesamt 52'473 CHF (gegenüber 53'637 CHF im 2024). Am 25.09.2025 waren die Mitglieder des Freundeskreises zu einer exklusiven Vorpremiere von «Noten von Vanille und Ambra» und zum Austausch mit dem sogar Team und den Künstler:innen eingeladen. Für das leibliche Wohl sorgte die syrische Köchin Shahinaz Belal, die ein Buffet für die 40 geladenen Gäste kreierte.

 

26. Mitgliederversammlung vom 21.05.2025

Anwesend waren 45 Mitglieder sowie der Vorstand und das Team des sogar theaters. Alle Vorstandsmitglieder wie auch die Präsidentin stellten sich für ein weiteres Jahr zur Verfügung und wurden einstimmig wiedergewählt und verdankt. Die erfolgreiche Jahresrechnung sowie die hohe Auslastung im Geschäftsjahr 2025 wurden mit Applaus zur Kenntnis genommen. Nach der Versammlung traten die beiden russischen Exil-Künstler:innen Elina Kulikova und Dima Efremov auf. Mit einer aufrüttelnden Performance aus romantischem Liedgut und eigenen, zeitgenössischen Texten thematisierten sie den kriegerischen Imperialismus sowie ihre eigenen Erfahrungen mit Repression des russischen Regimes. Am Folgetag gabs eine weitere Vorstellung von «Un Champ brûlée», für Mitglieder, potentielle Neumitglieder und mit dem sogar verbundene Künstler:innen. Es war ein Versuch, mit einem exklusiven Abend neue Vereinsmitglieder zu gewinnen – der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen: 5 Personen lösten eine Mitgliedschaft.

sogar Betrieb

Co-Leitung

Ursina Greuel, Zürich – Künstlerische Leitung
Tamaris Mayer, Zürich – Geschäftsleitung & Kommunikation

 

Mitarbeiter:innen

Sibylle Aeberli, Zürich – Leitung sogar Chor*
Tashi-Yves Dobler López, Winterthur – Technik
Rahel El-Maawi, Zürich – Organisationsberatung & Coaching*
Jonas Gygax, Zürich – Korrektorat*
Yahya Hazrouka, Zürich – Technik
Hauser, Schwarz, Basel – Design, Grafik*
Bea Hediger, Zürich – Buchhaltung, Theaterbüro
Elly Kontoleon, Winterthur – Social Media
Jasco Mujalo, c3000, Wettingen – IT-Support*
Angela Müller, Zollikerberg – Theaterbar
Katrin Stallmach, Zürich – Fundraising, Vermittlung
Zarina Tadjibaeva – Leitung Empowerment-Workshop*
Ayse Yavas, Zürich – Teamfotos, Theaterfotos*
Xenia Zezzi, Luzern – Theaterfotos*

*freie und externe

 

Bar-Mitarbeiter:innen

Hermon Habtemariam, Alidad Hakimi, Khalil Hamidi, Eleni Haupt, Aeneas Marti (stv. Leiter Theaterbar), Rami Msallam

 

Kassen-Mitarbeiter:innen

Nienke Bohren, Marlene Brülhart, Olivia Hasler

Auslastung, Publikum, Aufführungen

Der Saal des sogar theaters hat max. 60 Plätze. Bei aufwendigeren Produktionen mit mehreren Spielenden und/oder umfangreicher Bühnenausstattung wird die erste Stuhlreihe weggeräumt, damit die Spielenden genügend Platz auf der Bühne und die Zuschauer:innen gute Sicht haben. Dann liegt die max. Platzzahl bei 50. Insgesamt erreichten wir 2025 eine Auslastung von 88% bei den öffentlichen Vorstellungen.

 

Gemäss Leistungsvertrag mit der Stadt Zürich muss das sogar theater pro Jahr 70 öffentliche Veranstaltungen im Spielplan anbieten. Dazu 60 Veranstaltungen im Bereich Kulturelle Teilhabe. Angestrebt werden insgesamt 4000 Besucher:innen. 2025 wurde das nicht ganz erreicht, was u.a. auf eine verschobene Koproduktion und 2 weitere ausgefallen Veranstaltungen zurückzuführen ist.

90%

Auslastung 2025

2024: 90% / 2023: 80% 

67

Öffentliche Vorstellungen 2025

2024: 81 / 2023: 88

84

Soziokulturelle Veranstaltungen 2025

2024: 62 / 2023: 53

3431

Besucher:innen 2025

2024: 4131 / 2023: 4211

ca. 120

Teilnehmende Soziokulturelle Anlässe 2025

2024: 170 / 2023: nicht erfasst

Öffentliche Vorstellungen

2025
2024
2023
Anzahl Vorstellungen Eigenproduktionen
25
11
19
Anzahl Vorstellungen Koproduktionen, Quartierprojekt
5
26
13
Anzahl Vorstellungen Gastspiele
15
19
23
Spoken Word, Lesungen
12
16
16
Specials
10
9
17

Soziokulturelle Anlässe

2025
2024
2023
Chor-Proben
44
41
41
Power-Workshop Sessions
10
10
12
Sprachtandem Arabisch-Deutsch
23
10
Sprach-Tische nach Aufführungen
5
3
4
Profi-Workshops für Künstler:innen
2

Ökologie & Nachhaltigkeit

In der Leistungsvereinbarung mit der Stadt Zürich ist erwähnt, dass das sogar theater «eine nachhaltig ökologische Betriebsführung anstrebt» und diesbezüglich «Ziele und Massnahmen formuliert». Um diesem Anliegen nachzukommen, haben wir im Frühling 2025 eine Beratung der Firma Ökokompass in Anspruch genommen. Dabei wurde der Betrieb in den Bereichen Energie und Gebäude, Mobilität und Logistik, Material und Ressourcen sowie Unternehmensmanagement überprüft und auf Optimierungs-potenzial abgeklopft. Es hat sich gezeigt, dass das sogar theater aufgrund seiner knappen Ressourcen in vielen Bereichen bereits nachhaltig unterwegs ist.

 

Strom und Heizung werden sorgsam eingesetzt und Klimaanlagen gibt es keine im Haus. Im Bereich Mobilität und Logistik kommt dem Betrieb zugute, dass Künstler:innen und Gruppen fast ausschliesslich aus der Schweiz anreisen, das Publikum grösstenteils aus der Stadt Zürich oder den umliegenden Kantonen stammt und die Mitarbeitenden mit ÖV oder Velo zur Arbeit kommen. Für das Bühnenprogramm wird mit wenig Material gearbeitet (reduziertes Bühnenbild, wenige Requisiten, einfache Kostüme etc.) und wenn etwas angeschafft werden muss, achten wir auf Nachhaltigkeit (Secondhand, Brockenhaus, Leihgaben usw.). In der Gastronomie arbeiten wir bewusst mit lokalen Lieferanten und Produzent:innen zusammen, Fleisch wird nur in Ausnahmefällen angeboten. Insgesamt besteht beim sogar Team ein hohes Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ökologie.

 

Im Zuge der Beratung wurden weitere Massnahmen und Ziele formuliert, mit denen die Nachhaltigkeit verbessert werden kann. Diese werden nun sukzessive umgesetzt und in Zusammenarbeit mit Ökokompass überprüft. Ein entsprechender Bericht liegt vor.

 

Finanzen

Im Geschäftsjahr 2025 konnte ein Umsatz von insgesamt 973'190 CHF verzeichnet werden. Die gute Auslastung, der Beitrag von Stadt/Kanton für das Teilhabeprojekt Arabischsprachiges Kulturfenster sowie die Tournee-Beiträge der Gastspielorte von «Fünf Uhr morgens» sind die Hauptgründe dafür, dass mehr Einnahmen erzielt wurden als budgetiert. Es handelt sich dabei um Einkünfte, die zum Zeitpunkt der Budgetierung nicht zugesagt waren.

 

Auf der Ausgabenseite wurde v.a. bei den Gagen mehr ausbezahlt als budgetiert, was ebenfalls auf das genannte Teilhabe-Projekt und die Tournee zurückzuführen ist. Das ergibt einen Gewinn von 20'468 CHF. Der Betrag wird dem Vereinsvermögen zugeführt, um auf das gemäss Leistungsvereinbarung vereinbarte «angemessene» Vereinsvermögen zu kommen. Der Vorstand hat diese Summe auf die Höhe von drei Monatslöhnen und -Mieten festgelegt (Verbindlichkeiten pro Monat in der Höhe von 30'000 CHF).

 

Zudem konnten Rückstellungen von 10'000 CHF gemacht werden, die für ein Spezialprojekt im Jubiläumsjahr 2028 (30 Jahre sogar theater!) eingesetzt werden.

Dank

Geldgeber:innen

Stadt Zürich Kultur

Kanton Zürich Fachstelle Kultur

Dr. Stephan à Porta-Stiftung

Vontobel Stiftung

Ernst Göhner Stiftung

Zürcher Kantonalbank

Landis & Gyr Stiftung

Ristorante Santa Lucia Limmatplatz

Somi Stiftung

Stiftung «Perspektiven» Swiss Life

Temperatio Stiftung

Migros Kulturprozent

Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia

GGKZ Gemeinnützige Gesellschaft des Kantons Zürich

Pro Litteris, Kulturfonds

Egon-und-Ingrid-Hug Stiftung

 

 

Kooperationspartner:innen

AOZ Asylorganisation Zürich

Buchhandlung im Volkshaus

Bühne Aarau

Der gesunde Menschenversand

Hallo Deutschschule

Kulturvermitlung Zürich/Her Game Culture

Human Rights Film Festival Zurich

Jazzfestival unerhört!

Quartierverein 5 Industrie

Kiosk Josefwiese

Kleintheater Luzern

Literaturfestival Zürich liest

Magazin Reportagen

Matterhorn Produktionen

Neues Theater Dornach

Schlachthaus Theater Bern

Sichtbar Gehörlose Zürich

Strauhof Literaturmuseum

ThiK Baden