«Trotz Däm» – Spoken-Word-Performance mit Daniela Dill
























Die Grossmutter betet jeden Abend vor dem Einschlafen, dass ihr Sohn Markus eines Tages studieren werde, dass Erika bald einen flotten Mann heiraten werde und dass Peter, der jüngste, doch nicht schwul sei; ihre Schwester, Tante Bethli, prophezeit, dass ihr Sohn Max eines Tages Bundesrat werde. So beginnt eine Familiengeschichte voller Erwartungen und Enttäuschungen, die über Generationen hinweg wiederholt und «gfüettered wärded wie Suurdäig». Mit bissigem Humor erzählt Daniela Dill in autofiktionalen Geschichten von Geschlechterrollen und Familientraditionen – und wie schwierig es ist, den über Jahrhunderte gefütterten Sauerteig nicht weiterzugeben.
Daniela Dill ist bekannt für pointierte Kurztexte und ironisch-witzige Slam-Auftritte. Mit «Trotz Däm» bringt sie erstmals einen abendfüllenden Text in Baseldeutsch auf die Bühne.
Äis vo dä letschte Gsprööch, woni mittem Vater gfüehrt ha, isch ufem Stäärbebett gsi – das tönt dramatisch.
I ha zuenem gsäit – das tönt jetzt au sehr dramatisch – i ha gsäit:
«Chind schulden ihrnen Eltere nüt.»
Und är het gsäit: «Doch.»
Und ich: «Nei. Gar nüt.»
Denn hetter syni Auge fescht zämmezooge, hett mi für e lange Moment e soo aagluegt und gsäit: «Doch. Ganz dieff im Innerschte schulde Chind ihrnen Elteren öppis.»
| Mo | 01.06.26 | 19 Uhr | tickets |
von und mit Daniela Dill
künstlerische Begleitung: Philipp Galizia
Textbegleitung: Simone von Büren
Auge von aussen: Jessica Huber
in Mundart
Dauer: 70 Min.
Foto: Karin Salathé