Peter Brunner
Tel: 044 271 50 81
medien@sogar.ch
Mela Meierhans «twentyfive»
Reihe «Sprechmusiksprachen»
Komposition nach Max Frisch für Sopran, Mezzosopran und Sprecher (2011)
«Wem wären Sie lieber nie begegnet?» ist eine der 25 existenziellen Fragen von Max Frisch an seine Leser, welche die Schweizer Komponistin Mela Meierhans in «twentyfive» dem berühmten Schriftsteller selbst stellt: zwei Sängerinnen nehmen den Sprecher mit diesen Fragen ins Verhör. Dieser reagiert mit Texten aus dem Oeuvre Frischs, ohne eindeutige Antworten zu geben. In dieser Reibung entsteht ein virtuoses Spiel zwischen Künstler und Muse, Mann und Frau, Poesie und Politik. Alle 25 Fragen, die Max Frisch im Fragebogen stellt, sind auch immer wieder Themen seines schriftstellerischen Werkes.
Zentrale Texte dieses abendfüllenden Stücks sind die in «Schwarzes Quadrat» veröffentlichten zwei Vorlesungen über Kunst und Poesie als Utopie, die Max Frisch im November 1981 in New York hielt. Die szenische Fassung nimmt Max Frischs Leidenschaft für das aktive Tischtennisspiel zur Ausgangssituation für das virtuose wie doppelbödige Verhör-Spiel zwischen Sängerinnen und Sprecher.
Wesentliches Merkmal von Mela Meierhans’ Arbeitsweise ist die Inspiration durch Malerei, Architektur und Literatur. «twentyfive» entsteht zum Jubiläumsjahr Max Frischs (2011), in welchem sein 100. Geburtstag und sein 20. Todestag begangen wurde. Meierhans kehrt mit diesem Projekt nach Arbeiten für grosses Orchester und mehreren Musiktheater-Produktionen wieder zur intimen Kammermusik zurück; nach ihrer Auffassung ist «...Schreiben für die menschliche Stimme eine der grössten kompositorischen Herausforderungen überhaupt».
Zur Form: Den beiden Gesangsstimmen im Duo sind die Fragen, der Sprechstimme die Textstellen zugeordnet. Die 25 Fragen machen den auskomponierten Teil des Werkes aus und sind teils gesungen, teils aber auch gesprochen oder im Sprechgesang zu hören; die weiteren Texte werden gesprochen. Auf diese Weise entsteht ein Wechsel von Musik und Rezitation, dessen Regelmässigkeit an einigen Stellen unterbrochen wird, etwa, wenn die rezitierende Sprechstimme von den beiden Sängerinnen durch liegende Töne, mitgesprochene Passagen oder Konsonanten verstärkt oder der Textfluss durch gesungene Entwürfe unterbrochen wird.
Mela Meierhans verwendet Texte aus:
25 Fragen aus Fragebogen I (1966)
Schwarzes Quadrat (1981)
Montauk (1975)
Tagebuch 1946-1949
Nun singen sie wieder (1945)
Graf Öderland (1946-61)
Der Mensch erscheint im Holozän (1972/79)
Wilhelm Tell für die Schule (1970)
Die grosse Wut des Philipp Hotz (1958)
Jürg Reinhardt, Die Schwierigen (1933/42/44)
Mela Meierhans «twentyfive» – Zürcher Premiere
Reihe «Sprechmusiksprachen»
Komposition nach Max Frisch für Sopran, Mezzosopran und Sprecher (2011)
Sopran: Sylvia Nopper
Mezzosopran: Leslie Leon
Sprecher: Daniel Fueter
Szenische Einrichtung: Ute Haferburg
Vorstellungen:
Dienstag, 22.Mai 20.30 h – Zürcher Premiere
Mittwoch, 23. Mai 20.30 h
Peter Brunner
Tel: 044 271 50 81
medien@sogar.ch