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Kopf Hand Werk – ein Buch und eine CD

DamenDramenLabor

Es sprechen: Verena Bosshard, Agnes Caduff, Susanne Germann, Irina Schönen und Nicole Tondeur.
Am Klavier: Elisabeth Wandeler Deck.
Zusammenstellung: Beatrice Stebler und Iris Hochschorner

Das DamenDramenLabor stellt vor: KopfHandWerk, ein Buch und eine CD mit dem Untertitel "femscript lässt schreiben". Die Anthologie entstanden aus einem Wettbewerb und erscheint im Verlag edition8, Zürich.  

Einblicke in das Tun und Schaffen bekannter und neu zu entdeckender Autorinnen. Beobachtungen, Reflexionen und Kommentare zu Gesellschaft, Familie und Kultur.  Auszüge aus Texten von 40 Autorinnen, zu einer Collage montiert, ergänzen oder kontrastieren sich, so wie wenn im gleichnamigen Buch geblättert, auf der CD reingehört wird. Eine lebendige Schau von Themen, die dem Dreiklang von Werk entstanden zwischen Kopf und Hand nachspürt. Autorinnen geben ein Selbstzeugnis, einen Denkanstoss, einen Wunsch bekannt, das DamenDramenLabor greift diese Inhalte auf und gestaltet die Bühnenszene.

Das DamenDramenLabor stellt unveröffentlichtes Theatermaterial ins Rampenlicht: liest, spielt, improvisiert, diskutiert, probiert. Das DDL ist eine öffentliche Plattform für unveröffentlichte Theatertexte.

 

www.damendramen.ch

Medienecho

«Da liegt noch ihr Schal»

WochenZeitung WoZ vom 16.09.2010 - Anna Wegelin

Elisabeth Wandeler-Deck: «Da liegt noch ihr Schal».

268 Seiten. edition taberna kritika. Bern 2010. 34 Franken.

 

Elisabeth Wandeler-Deck ist in verschiedenen Künsten und Berufsfeldern daheim: Erststudi­um der Architektur, Zweitstudium der Soziolo­gie und Klinischen Psychologie, Aufbau einer Psychologischen Beratungsstelle für Frauen in Zürich mit eigener Praxis, Gründung des Büros für Geschlechterfragen in Zürich und so weiter. Seit 1976 ist sie als Schriftstellerin tätig, seit 1998 arbeitet sie im «Damen-Dramen-Labor» mit.

Für ihr neues Buch durchquert die 1939 geborene Wahlzürcherin ein vielleicht typisches Stück Schweiz: die verbaute und zersiedelte Grenzlandschaft – der «Strip» – zwischen Mit­telland und Zentralschweiz. Und alle diese Wege führen nach Sihlbrugg – und hier vorbei.

Der Prosatext «Da liegt ihr Schal», der so richtig postmodern mit der Wahrnehmung und herkömmlichen Formen des Erzählens spielt und die Zeitenfolge nach Belieben ändert, ist mit einer Handvoll Figuren mit Eigennamen be­stückt (unter anderen die kleine Sophie), fährt immer wieder denselben Strassenabschnitt ab –einer mit zwei Kreiseln – und orientiert sich an markanten Gebäuden, namentlich an dem in den fünfziger Jahren erbauten ersten Motel der Schweiz «an dieser ungemein unauffälligen Durchgangsstrasse vom Da nach Dort».

Wer sich auf eine unterhaltsame Story mit linearem Plot gefreut hat, wird von «Da liegt noch ihr Schal» enttäuscht sein. Wer sich jedoch gerne auf einen Text einlässt, der vom Material – der Wirklichkeit und der Sprache – ausgeht und neue Horizonte auskundschaftet, weil er das scheinbar Normale und Reale beziehungsweise ihre schriftliche Fixierung unterwandert, wird seine helle Freude haben. Ganz nach dem Satz im Text: «Und immer geschieht etwas mit uns, das wir mit <erzählen> nur ungenau bezeichnen.»

 

«DamenDramenLabor» in: Zürich Sogar Theater, Mo, 20. September, 20 Uhr, mit Verena Bosshard, Agnes Caduff, Susanne Germann, Irina Schönen und Nicole Tondeur (Lesung) und Elisabeth Wandeler-Deck (Klavier).

Überzeugende Anthologie

BOA, Zürich, 20. Jahrgang, Heft Juni 2010 vom 01.06.2010 - Brigitta Klaas Meilier

Bei einer Preisverleihung sagte neulich der Schriftsteller W. Genazino: „Das Ich der meisten Schriftsteller[Innen] kämpft (…) mit dem Zusammenstoss von allgemeiner und individueller Wahrheit.“ Aus nächster Nähe und besonders gut betrachten lässt sich dieser „Kampf“ in der gerade erschienenen Anthologie Kopf Hand Werk, die das Autorinnen-Netzwerk femscript zu seinem 20-jährigen Bestehen herausgegeben hat. Die Verfasserinnen der vierzig Texte sind sämtlich Mitglieder des Vereins, neue und langjährige oder gar Gründerinnen wie Esther Spinner, die einen poetischen Epilog verfasst und damit das letzte Wort im Buch hat, oder Claudia Storz, die als Einleitung über den Anfang nachsinnt, der im Vagen zerfliesst, aber beharrlich verfolgt wurde. Auch werden bereits verstorbene Mitglieder wie Ursula Eggli als Gründungsmitglied (in der Einleitung) oder die Verlegerin und Lyrikerin Ruth Mayer durch Brigit Keller (S. 71 f.) nochmals gewürdigt. Sprachen und Genres stehen hier unvermittelt nebeneinander, auf Basler Dialekt folgt Französisch, in deutscher Sprache auf gedankenverhangene Prosa luftige Verse und umgekehrt. Die Texte sind eher locker zu fünf Kapiteln gebündelt, deren Themen weniger literarisch formuliert sind. „Innovation“ etwa oder auch „Perspektivenwechsel“ sind solche Titel, denen man aber zugute halten kann, dass eine derartige Rubrizierung immer schwierig ist, denn naturgemäss sind solche Texte äusserst heterogen. Auch halten die Autorinnen sich in ganz unterschiedlicher Nähe an die Titelvorgabe der Anthologie, aus der Werkstatt zu berichten. Manche Texte entfalten sich punktgenau zu dem Thema wie der Dialog zwischen dem Kopf als Herrn und der Hand als Dienerin, von Henriette Brun-Schmidt (S. 93 ff.), oder ähnlich als Dialog zwischen einem Blatt und einem Schreib-Ich von Rita Roedel (S. 76 f.). Andere Texte nehmen einen ganz anderen Ausgangspunkt, um wo zu landen? Gelegentlich wieder am Schreibtisch, wie überraschend in dem Gedicht „Wegbeschreibung“ von Margrit Weber (S. 14). Im darauf folgenden Text (S. 15 f.) reichen Eveline Blum ein Fragezeichen und zwei Satzpunkte, um in einem einzigen, vehementen Atemzug auf zwei Seiten ein ganzes Feld (die Welt) umgraben zu wollen. Gerade dieser Text aber zeigt sehr genau die medialen Grenzen zwischen Lesen, Vorlesen und Hören auf: Beim Hören der CD verliert dieser Text gerade das, was ihn als gedruckten Text literarisch sein lässt: seine dynamische Atemlosigkeit.

Zusätzlich zu den Texten arrivierter Autorinnen wie Wanda Schmid, Ingeborg Kaiser und anderen garantiert die Heterogenität insgesamt Entdeckungen für jede neugierige Leserin, wozu dem Netzwerk femscript auch von uns ein herzlicher Jubiläums-Glückwunsch zugerufen wird.

 

 

 

Kopf Hand Werk. Femscript lässt schreiben. Eine Anthologie in 40 Beiträgen. Mit einer CD von 20 Hörstücken. Zürich 2010 (edition 8), 144 Seiten, Fr. 32.-

 

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