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Der beste Platz der Welt

Uraufführung

Von Felicitas Hoppe.

Eine Wort – Bild – Musik – Kompositon.
Für das Theater bearbeitet von Regula Imboden.

Spiel: Regula Imboden.

Komposition und Gesang: Javier Hagen.

Bilder: Marco Volken.

Ko- Produktion: imbodenproduction und sogar theater
Vortragsrechte: Edition Spycher im Dörlemann Verlag, Zürich
Mit Unterstützung von: Kulturförderung des Kanton Wallis

Auf der Suche nach dem besten Platz / oder Einsiedeln
Felicitas Hoppe hat Gastrecht in Leuk, weil sie den «Spycher Literaturpreis» gewonnen hat. Auf der Suche nach dem besten Platz der Welt, nach einer Einsiedelei, erkundet sie mit ihren Augen und ihrer Sprache das Wallis. Inspiriert von der Landschaft, vermischt sie virtuos Modernes mit Archaischem, überlieferte Geschichten mit eigenen Erinnerungen. Als Besucherin und Fremde wandelt sie zwischen diesen Welten und trifft dabei immer wieder auch auf sich selber. In diesem Spannungsfeld, setzen sich Regula Imboden der Sänger Javier Hagen und der Photograph Marco Volken, mit Hoppes Sprach- und Phantasiewelten auseinander. Ausgangspunkt ist das eigene Unterwegssein, ihre spezifische Beziehung zum Wallis, das Entdecken des Fremden und des Vertrauten.

Die Einsiedlerin Hoppe steht nachts allein in der Ringackerkapelle auf der Kanzel und singt. Sie zählt die Engel an der Decke. In ihren Phantasiewelten spricht sie mit Bruder Andreas, Mister Notwimper oder denkt an ihre Tante, deren Stimme sie immer wieder hört. Javier Hagen, Gegenspieler der Erzählerin, assoziiert mit seinen Kompositionen und seinem Gesang diese Begegnungen und verbindet auf der musikalischen Ebene so kunstvoll diese phantastischen Realitäten. Wie die Musik, folgen auch die Bilder einer eigenen Komposition und begleiten die Erzählerin auf ihrer Reise. Die Orte ihrer Inspiration, erzählen von Leuk, von Zermatt und dem Wallis. Die Bilder vermitteln dem Zuschauer dokumentarische, aber auch assoziative Momentaufnahmen dieser Orte. Sie erzählen und vervollständigen den Reisebericht auf der realen Ebene. Wie Felicitas Hoppe zwischen den Welten wandelnd, verbinden die Bilder gleichzeitig Realität mit Phantasie, Vertrautes mit Fremdem, Moderne mit Tradition. Marco Volken begibt sich auf die Suche nach einer eigenen Bildsprache, die sich mit der Schnittstelle Hoppes realen Beschreibungen, sowie surrealen Welten auseinandersetzen.

Die projizierten Bilder definieren einen Raum – die tatsächlichen Orte in Felicitas Hoppes Erzählung; Die Ringackerkapelle in Leuk, oder das Matterhornmuseum in Zermatt, oder sie evozieren die Fahrt durch den langen Tunnel ins Wallis. Gleichzeitig wird der Raum durch die Bilder auch zu Hoppes Sprachraum, zum Projektionsraum ihrer Phantasie – und Innenwelten. Inspiriert von ihrer Erzählform, in der sie sich mit ihren Geschichten auf eine Reise begibt, zwischen den Welten wandelnd, konzentriert sich die Bühnenumsetzung auf ihre Sprache und die Bilder, die sie umgeben. Sie erzählen die Geschichte einer durch die Welt reisenden Autorin, die stets von ihrer Kreativität und schöpferischen Kraft begleitet wird.

"Wie von allen ihren Weltreisen und Seelenwanderungen bringt Hoppe auch aus dem Oberwallis mehr als nur artige Reisefeuilletons mit. In ihren Büchern tummeln sich Ritter und Romantiker, Verbrecher und Versager in einer phantastisch verfremdeten Baedeker-Welt, und so ist auch Hoppes Leuk, bevölkert von Sagenfiguren und den Phantomen aus ihren Träumen und Kindheitserinnerungen, kaum wieder zuerkennen: Die Berge sind von Riesen geschleifte Schutzwälle; unten im Tal liegt das Meer. Die Kühe sind gegen jede Ordnung der Natur Fische, die Gasthöfe labyrinthische Lebewesen. Ihre Klause ist ein von Hecken überwuchertes Dornröschenschloss, vor dem Frauen auf Flaschen gezogenes Sonnenlicht in Taschen spazieren führen.

" Martin Halter,
 Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die  Autorin Felicitas Hoppe, 1960 in Hameln geboren, hat in Tübingen, den USA, Rom und Berlin studiert, als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache am Goethe - Institut gearbeitet, ist 1997 vier Monate auf einem Containerfrachtschiff um die Welt gereist und lebt als freie Schriftstellerin in Berlin. Zahlreiche weitere Reisen u. a. nach Asien, Afrika und Südamerika. 2004 wurde sie mit dem Nicolas – Born - Preis des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst ausgezeichnet und 2007 mit dem Roswitha - Preis der Stadt Gandersheim. Seit 2007 Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. Sie erhielt u. a. den Raurieser Literaturpreis, den Heimito von Doderer - Preis und den Bremer Literaturpreis. Ihr Werk ist in zahlreiche Sprachen übersetzt. Zuletzt  erschienen  von ihr  der  Jeanne d’ Arc - Roman Johanna, 2006 das Kinderbuch Iwein Löwenritter  2008 und ihre Augsburger Poetikvorlesungen Sieben Schätze 2009, alle drei im S. Fischer Verlag.

 

www.regulaimboden.ch
www.javierhagen.ch
www.marcovolken.ch

Medienecho

Aufgelöst

P.S. vom 07.10.2010 - Thierry Frochaux

Regula Imboden zieht mit ihrer Wort-Bild-Musik-Komposition von Felicitas Hoppes «Der beste Platz der Welt» das Publikum sofort in ihren Bann, entführt es in eine Welt, in der die Grenze zwischen Dichtung und Wahrheit abhanden kommt, und macht so eigentlich richtig neugierig auf die Autorin.

 

Dieser Abend ist bereits die dritte szenische Auseinandersetzung mit literarischen Liebeserklärungen ans Wallis von Regula Imboden im sogar Theater in Serie. Diesmal ist es jene der norddeutschen Felicitas Hoppe, die als Spycher-Preisträgerin eine Zeit in Leuk verbracht hat und ein dünnes Bändchen über ihren Aufenthalt in der Einsiedelei an der Rückwand der Kapelle geschrieben hat. Darin verfällt sie dem Zauber dieses offensichtlich mystischen Ortes und beginnt mit einer verführerischen Sprachwucht Gedanken, Sagen, Tag- und Albträume, innere Stimmen und kauzige Begegnungen dermassen ineinander zu verweben, dass dabei eine Welt für sich entsteht, in der all die eigentlich vorhandenen Grenzen dazwischen komplett aufgelöst werden. Mit den Fotografien von Marco Volken unterstützt sie diese traumwandlerische Reise mit eindeutigen Zügen von unbändiger Sehnsucht. Die zeitgenössische E-Musik von Javier Hagen hingegen ist ein krasser Kontrast, der, abgesehen von der persönlichen Musikpräferenz, vor allem auf der Ebene Text kaum in Zusammenhang mit dem Rest gebracht werden kann (bleibt aber mehrheitlich dezent und vermag die grundsätzlich verzaubernde Tonlage des Abends nicht nachhaltig zu durchbrechen). Was bleibt, ist eine kompakte, im positiven Sinne verschrobene Geschichte mit realen und fantastischen Ausflügen, die von grosser Begeisterung der Autorin zeugen, die Regula Imboden offenbar mühelos in eine Begeisterung des Publikums transformieren kann. Damit ist das sogar Theater nach der etwas sonderbaren Eröffnung wieder auf dem gewohnt hohen Niveau angelangt – wie erfreulich;-)

 

«Der beste Platz der Weit», 4.10., sogar Theater, Zürich. www.regulaimboden.ch

Drei Flaschen mit Walliser Sonnenlicht

Tages-Anzeiger vom 02.10.2010 - Andreas Tobler

Das kleine Sogar-Theater in Zürich bringt eine Erzählung der Autorin Felicitas Hoppe auf die Bühne. Der Monolog der Schauspielerin Regula Imboden überzeugt.

 

«Dies ist der beste Platz der Welt.» Mit dieser Überzeugung nimmt die Erzäh­lung Fahrt auf, die Felicitas Hoppe, Spycher-Preisträgerin des Jahres 2004, über ihren gewonnenen Schreibaufenthalt im Wallis verfasste. In «Der beste Platz der Welt» schildert die Autorin, wie sie in ihrer Liebe zu «einsilbigen Ortschaften» nach Leuk kam und sich in die «Einsie­delei» auf einem Plateau über der Rhone zurückzog.

 

Hier in der Schreibklause am Rü­cken der Ringackerkapelle, beginnt sich Hoppes Fabulierlust zu entfalten: Von Mister Notwimper wird erzählt, einem entfernten Verwandten des Matterhorn-­Erstbesteigers Edward Whymper; von zwölf ungerechten Richtern, die zu mit­ternächtlicher Stunde in der Kapelle mit Totenschädeln und Gebeinen kegeln, und vom Klosterbruder Andreas, der Flaschen mit Walliser Sonnenlicht ab­füllt und sie so schnell wie möglich «über Bern und Basel bis Frankfurt und von da aus weiter bis nach Hannover» bringt, «wo Unserherrgott sich niemals betrank, weshalb die Gegend dort feucht und neblig ist».

 

Fabelhaft leicht

 

Nun hat die Schauspielerin Regula Imbo­den Hoppes Preisträgerprosa als Mono­log für die Lesebühne des kleinen Zür­cher Sogar-Theaters eingerichtet: Ste­hend, bald aber auch an einem kleinen Tischchen sitzend, trägt Imboden mit of­fenem Blick ins Publikum die Erzählung vor. Unterstützung erhält sie dabei von Javier Hagen, der ihr Textstücke vor­- und nachsprlcht und am Laptop sitzend einen atmosphärischen Sound aus wummernden Klängen und Gesprächs­fetzen produziert. Als Illustration des Textes erscheinen auf der Leinwand die stimmigen Schwarzweissfotos von Marco Volken, die an den Schauplätzen der Er­zählung aufgenommen wurden. Und wenn Hoppes Prosa als Projektion auf der Leinwand erscheint, kommt der Text auszugsweise auf der Hautland­schaft zu liegen, die Regula Imbodens schulterfreies Kleid freigibt.

 

So tauchen wir in die Textwelt von Fe­licitas Hoppe ein, in der alles fabelhaft leicht erscheint, und werden erst wieder an die Oberfläche der grauen Wirklich­keit gespült, als die Autorin den besten Platz der Welt verlässt und mit drei Fla­schen Sonnenlicht als Proviant die Rück­reise ins Flachland antritt.

 

Nächste Vorstellungen: Samstag, Montag und Dienstag jeweils 20.30 Uhr, am Sonntag um 11 Uhr.

Weitere Daten auf: www.sogar.ch

Szenische Lesung

Neue Zürcher Zeitung | Jetzt vom 29.09.2010 - aks.

Die deutsche Autorin Felicitas Hoppe erkundet das Wallis. In «Der beste Platz der Welt» setzen sich die Schauspielerin Regula Imboden, der Sänger Javier Hagen und der Fotograf Marco Volken mit Hoppes Sprach- und Phantasiewelten auseinander.

Zürich, Sogar-Theater, 30.9.-2.10.

Der beste Platz der Welt

kulturtipp vom 25.09.2010

Auf der Suche nach dem besten Platz der Welt hat die Spycher-Literaturpreis-Trägerin Felicitas Hoppe das Wallis erkundet. Schauspielerin Regula Imboden, Sänger Javier Hagen und Fotograf Marco Volken setzen sich in der Uraufführung mit ihren Sprach- und Fantasiewelten auseinander.

 

Do, 30.9., 20.30 / sogar theater Zürich

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